Über uns

Den Riedackerhof bewirtschafte ich in der 3. Generation. 1975 siedelte mein Grossvater vom Dorfkern auf den heutigen Standort Riedacker aus. Mein Vater Josef übernahm ein paar Jahre später den Betrieb und führte ihn zusammen mit meiner Mutter viele Jahre lang. 
1994 stellten sie auf die biologische Landwirtschaft um. Aufgrund einer Krankheit meines Vaters übernahm mein älterer Bruder 2010 den Hof in Pacht und bewirtschaftete ihn bis er 2018 mit seiner ganzen Familie nach Frankreich auswanderte. So habe ich den Betrieb auf Anfang 2018 von meinem Vater käuflich übernommen und bewirtschafte ihn seither mit viel Freude. 

Ich selber genoss nach der obligatorischen Schulzeit die kaufmännische Ausbildung, bevor ich als Zweitlehre Landwirt mit Fachrichtung Biolandbau abschloss. Nach bestandener Berufsprüfung 2009 begann ich beim BIO-Saatgutanbieter Sativa Rheinau AG zu arbeiten. Während 10 Jahren habe ich mich dabei intensiv mit Saatgut und deren Produktion beschäftigt und das Thema lässt mich auch als Landwirt nicht mehr los.

Eine naturnahe Produktion wie auch ein möglichst geschlossener Kreislauf liegen mir am Herzen.  So versuchen wir laufend unser System zu verbessern. Die Arbeit in der Natur sowie die Landwirtschaft im Allgemeinen bereitet mir grosse Freude. Und wenn auch ihr als Kunden die Riedackerhof-Produkte geniessen könnt, ist meine Begeisterung riesig.

Christoph Rickenbach

Ammenkuhhaltung mit Weidemast

Bis 2016 haben wir die klassische Milchhaltung mit rund 25 Michkühen betrieben.  2016 hat mein Bruder mit der Milchwirtschaft aufgehört und auf die Ammenkuhhaltung umgestellt. Diese sogenannte Ammenkuhhaltung ist noch nicht weit verbreitet. Da es sich bei unseren Ammenkühen um unsere alten Milchkühe (Fleckvieh mit Simmental) handelt, geben sie mehr Milch als vergleichsweise reine Mutterkuhrassen. So saugen neben ihrem eigenen Kalb auch weitere Kälber (je nach Kuh 1-2 zusätzlich). Diese Kälber kaufen wir von Biobetrieben aus der Region zu. Nicht immer ist es einfach, dass die Ammenkühe die fremden Kälber saugen lassen. Die Schwierigkeit dabei ist, immer die richtige Anzahl an Kälbern zu haben, damit alle Milch gemolken wird. Dieses System bringt gegenüber der Milchwirtschaft nicht unbedingt weniger Arbeit, dafür mehr Flexibilität im Alltag. Gleichzeitig können die Kälber ihren natürlichen Sauginstinkt ausleben.  
Haben die Kälber ein Alter von 6 Monaten erreicht, werden sie von der Milch und Ammenkuh entwöhnt und kommen in eine andere Gruppe mit gleichaltrigen Tieren. In zwei Rindergruppen, jeweils mit 10-15 Tieren, werden sie bis zu einem Alter von 20-24 Monaten gemästet. Haben die Tiere ihre Schlachtreife erreicht werden sie als Weidebeef an die Migros oder an Direktkunden vermarktet. 
 Während der Vegetationsperiode vom März bis November sind alle Tiere vorwiegend auf der Weide und fressen ausschliesslich Gras. In den Wintermonaten verweilen sie im Freilaufstall  und bekommen Heu und Grassilage. Eine Handvoll Kraftfutter (ohne Soja) bekommen nur die männlichen Tiere in den letzten Wochen, damit die gewünschte Fettabdeckung erreicht wird. 

Ackerbau

Der Ackerbau ist ein weiterer wichtiger Betriebszweig von uns. Die schweren Böden bei uns lassen aber nicht jede Kultur zu. Im Sommer kann es im Fricktal trocken werden. Dann sind die Böden mit hohem Lehmgehalt schon mal hart wie Beton. Ist es wiederum nass, schmiert der Boden und an eine Bodenbearbeitung ist nicht zu denken. Gut eignet sich Wintergetreide, sofern es im Herbst zeitig gesät werden kann. Neben Weizen und Dinkel, säen wir auch Emmer und Hafer an. Als Frühlingskulturen führen wir Sonnenblumen, Rispenhirse und Lein. Neu wagen wir uns auch an die Linsen heran. Der Grossteil dieser Kulturen wird an Biofarm Genossenschaft in den Grosshandel vermarktet. Immer mehr versuchen wir dieser Produkte auch selber zu vermarkten. Ein Teil geht auch über den Onlineshop von Crowdcontainer.ch. 
Die Düngung der Kulturen erfolgt ausschliesslich mit Hofdünger. Neben eigener Gülle und Mist führen wir etwas Hühnermist vom benachbarten Biobetrieb zu. Trotzdem sind die Kulturen eher extensiv, das heisst mit wenig Nährstoffen geführt, das Nährstoffniveau im schweizerischen Vergleich eher tief. Die Erträge sind entsprechend unter dem schweizerischen Durchschnitt. Doch ein möglichst geschlossener Kreislauf ist uns wichtig und wir sind davon überzeugt, dass diese Produkte eine hervorragende Nahrungsqualität aufweisen. 
Immer mehr versuchen wir uns an Gemüsekulturen. So haben wir  

Kartoffeln und im Herbst Randen und Herbstrüben (Räbeliechtli) sowie im Winter Nüsslisalat. 

Hochstammbäume

Das Fricktal ist geprägt von vielen Hochstammbäumen. In Vollblüte ergibt sich ein bezauberndes Landschaftsbild. So haben auch wir über 270 Hochstammbäume, welche wir hegen und pflegen. Vieles sind Kirschbäume, welche in den 70er und 80er Jahren gepflanzt wurden. Rund 50 kleine Apfel- und Zwetschgenbäumen haben wir im Winter 2019/2020 neu gepflanzt. Damit kann auch unsere nächste Generation eine idyllische Landschaft und genussvolle Hochstammprodukte geniessen.